C&Z reis verslag Franz

Das 21. Internationale Cajun- und Zydeco-Festival stattwelches uns nun drei Tage in seinen Bann schlagen sollte.

5 Länder in 14 Tagen

Am 20.04. ging es los mit dem Wohnmobil von Wien Richtung Oberösterreich. Die erste Ausfahrt nach der Winterpause. Nachdem wir uns in Haag/Hausruck gerade nächtlich niedergelassen hatten wurden mein Mann und ich von einigen Countryfreunden entdeckt und sofort abgeschleppt. Und wohin? Nur 20 km weiter nach Gurten, denn dort spielte im Pfarrsaal die >Ghost City Band< auf. Alle freuten sich, dass wir ihr Fest überraschenderweise besuchten und es wurde ja ein wirklich netter Abend.

Die >Ghost City Band< (www.ghost-city-band.at), kennen wir schon sehr lange, doch diesmal spielten sie in einer neuen Besetzung: Max Zauner (Gesang Gitarre), Ursula Weiermann (Gesang, Geige, Piano), Peter Strassl (Gesang, Gitarre), Milo Popovic (Gesang, Sologitarre), Heinz Hofstätter (Gesang, Schlagzeug), Reini Feichtelbauer (Bass). Sie brachten eine sehr gute Auswahl vieler bekannter Countrymusic-Stücke, z. B. >From Oklahoma with love<, >Lodi<, >Tulsa Time<, >Wagon Wheels<, >Fishing in the dark<, >The Wanderer< und vieles mehr. Sehr positiv finden wir, dass fünf der sechs Bandmitglieder auch singen. Dadurch ergibt sich eine große Abwechslung im Stil und die Band wird jährlich besser.

In einer Pause zeigten >Die Edlen Damen< (darunter auch einige Herren) einen Showblock der ein wenig an >High Noon< erinnerte. Kurz nach Mitternacht brachten unsere Freunde uns wieder zurück zum Wohnmobil.

Am nächsten Tag zogen wir weiter nach Westen, zwei Tage Rast in Gaildorf, danach peilte Franz die Stadt Pforzheim an. Warum, was gibt es dort besonderes? Erst nachdem wir unseren Stellplatz für die Nacht bezogen hatten ließ Franz die Katze aus dem Sack: Dienstag Abend spielte im >Bottich< die irische Band >Caladh Nua< (www.caladhnua.com). Und da ich ein großer Fan irischer Musik bin und Franz das natürlich weiß, hatte er die Route so ausgewählt. Herz was willst Du mehr! Für solche Überraschungen ist mein Mann immer gut.

Nach 40 Minuten Fußmarsch erreichten wir also den >Bottich<, die Heimat des Folkclubs PRISMA (www.folkclub-prisma.de). In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre genossen wir dort traditionelle und auch modern arrangierte irische Tanz- und Gesangstücke. Diese junge Band setzt sich zusammen aus: Lisa Butler (Gesang, Fiddle), Eoin O´Meachair (Banjo, Mandoline, Whistle), Paddy Tutty (Fiddle, Viola, Bodhran), Derek Morrissey (Akkordeon), Colm O´Caoihm (Gitarre, Bouzouki). Der Veranstalter und Obmann des Vereins, Hese Schröter, ist selbst Musiker. Er war so angetan davon, internationale Gäste – also uns beide – in seinem Club anzutreffen, dass er uns auf der Bühne dem Publikum vorstellte. Und die Band >belohnte< unseren Besuch mit ihrer neuesten CD >Next Stop<.

Der Folkclub PRISMA bietet regelmäßig interessante Musikabende an. 14 Tage vorher hätten wir zum Beispiel Yannick Monot & Ses Moutons Menteurs bei ihm angetroffen. Also: Pforzheim ist eine Reise wert.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Völklingen und besichtigten dort das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Ein Wahnsinnsprojekt, das muss man einfach mal gesehen haben. Also nicht nur Musik, auch Industriekultur begleitete uns auf dieser Reise. In Etappen ging es weiter über Luxemburg, durch Belgien (zwecks Schokoladeeinkauf) und schließlich in die Niederlande, unser eigentliches Ziel. Doch bevor das große Spektakel losging hatten wir noch einige Tage zum Relaxen inmitten einer Birnenplantage bei Maasdam.
Donnerstag bezogen wir Stellung in RAAMSDONKSVEER auf dem für die Camper freigegebenen Sportplatz. Es war schön, auch hier wieder Freunde aus Frankreich und Deutschland zu begrüßen.

Und am Freitag, 03.05., ging es endlich um 20 Uhr los. Unter einem großen Zirkuszelt, in dem man eine Music Hall aufgebaut hatte, fand das 21. Internationale Cajun- und Zydeco-Festival statt (www.zydecozity.nl) welches uns nun drei Tage in seinen Bann schlagen sollte.

Insgesamt waren drei Bühnen aufgebaut, zwei indoor (Main Stage und Cajun Stage), eine outdoor (Swamp Stage). Diese wurden teils abwechselnd, teils ein wenig überschneidend bespielt, das war jedoch bestens organisiert so dass man wirklich jede Band hören und erleben konnte und manche davon gleich mehrmals. Es gab absolut keinen musikalischen Leerlauf.

Freitag, 03.05.:
>Front Row Zydeco< (http://frontrowzydeco.wix.com), eine noch junge Band aus den Niederlanden, eröffnete auf der Main Stage den Reigen mit temperamentvollen Zydeco-Klängen und einem tollen Drive den deren fröhliche Schlagzeugerin (!) vorgab. Instrumente: Sax, E-Git., Akkordeon, E-Baß, Drums.

Im Anschluß daran 2 x 30 min. mit <Chanky Chank< (www.facebook.com/ChankyChank). 5 MusikerInnen aus Großbritannien auf der Cajun Stage. Sie präsentierten traditionelle Cajun-Musik zum Tanzen mit Gitarre, diatonischem Akkordeon, Fiddle, Contrabaß, Percussion und französisch gesungen. Leider hatten sie noch keinen Tonträger.

Als Gegenstück dazu abwechselnd auf der Main Stage >Zydeco Fever< (NL). (www.zydecofever.com). 4 Musiker mit fröhlicher Zydeco-Musik aus New Orleans. Als Gastsängerin versprühte <Voodoo Queen May B.< auf der Bühne ein wahres Feuerwerk (auch optisch!). Instrumente: E-Git., Akkordeon, Washboard, E-Baß, Drums, Gesang englisch.

Die letzte Band am Freitag war >Lil’ Jim’s Big Squeeze< (UK). (www.facebook.com/LilJimsBigSqueeze). Und diese 5 Burschen rockten die Bühne, da brach schon ein wenig die Hölle los, auch wegen der Lautstärke. Instrumente: E-Git., E-Baß, Akkordeon, Washboard, Drums und natürlich Gesang auf englisch und französisch.

Samstag, 04.05.:
Das wurde ein sehr langer Tag. Bereits ab 11 Uhr konnte man an einem Cajun Danceworkshop mit Henk und Hannie teilnehmen.

Erste Band am Start indoor auf der Cajun Stage: >Down Town Cajun Band< (NL) (www.downtowncajunband.nl). Vier MusikerInnen brachten Old Time Cajun Music aus Louisiana, alles natürlich französisch gesungen und instrumentiert mit Fiddle, diatonischem Akkordeon, akust. Gitarre und Triangel. Wir kennen diese Band schon länger. Mit Probeterminen haben sie jetzt einige Schwierigkeiten, da die Hälfte der Band nun in Frankreich lebt. Aber gute Musiker überwinden alle Entfernungen und Grenzen.

Nachmittags war freier Eintritt und da spielte sich hier ein >Louisiana Mardigras< ab mit Verkleidungen, Tänzerinnen und >The Juggets Jazzband< (http://members.home.nl/w.vangool/pages/biografie.htm), 8 Mann stark spielten sie feinen Dixieland- und New Orleans-Jazz mit Baßtrommel, Banjo, Sousaphon, und einigen anderen Blasinstrumenten. Hervorstechend war ihr Grand Marshall der am Washboard selbst Hand an legte. Was ist Mardigras? Das ist Karneval in New Orleans.

Auf der Swamp Stage intonierte zwischendurch die Gruppe <Pain d’Maïs< aus Frankreich (https://myspace.com/paindmais), 5 Mann hoch, bewaffnet mit Fiddle, diatonischem Akkordeon, akust. Gitarre, E-Baß und Drum und im Programm wunderbare Cajun-Tanzmusik, z. B. >Chère ici, chère là-bas<, >Amedee Ardoin<, u. a. Die Tänzer kamen auf diesem Festival auf jeden Fall auf ihre Rechnung, konnten sie doch von einer Bühne zur nächsten ziehen und drei Tage durchtanzen.

Ab 15 h lief das Programm weiter auf der Main Stage mit >Red Kidney Beans< (NL) (http://redkidneybeans.nl). 4 Mann spielten sehr modernen rockigen Zydeco mit E-Git., E-Baß, Drums, Akkordeon und Washboard.. Für uns ein wenig zu laut, daher genossen wir in der Zwischenzeit eines der typischen creolischen Gerichte mit Crawfish (Krebs). Hmmmm!

Und wieder eine Band aus den Niederlanden: >ZydeGoNutz< (www.zydegonutz.nl). Zuerst standen nur 5 Musiker auf der Bühne mit Akust. Gitarre, Akkordeon, E-Git., Banjo, Mandoline, E-Baß, Drums und legten eine tolle Zydeco-Rock’n-Roll-Mischung hin. Doch auf einmal wurde ein Gastmusiker angekündigt der große Begeisterung unter allen Anwesenden und auch Überraschung bei uns auslöste: Sam Murray aus GB, der frühere Drummer in dieser Band, den wir auch von Cajun Roosters schon lange persönlich kennen war nach langer Krankheit wieder hier. Er sagte den ersten Titel an: >Les Flammes d’Enfer< …. that’s where I’ve been …. but I’m back” und das Publikum tobte. Sichtlich mit Freude und Genuß spielte er bei dem Lied das Triangel und sang. Bei dem Lied >Oh bye bye< spielte er Washboard. Danach noch einige Songs mit Gitarre, z. B. >Man Of Constant Sorrow< und zu meiner besonderen Freude >Galway Girl<.

Wir wechselten zur Cajun Stage, dort spielten gerade >Des Fais Do Do< (www.desfaisdodo.nl), 6 Musiker, ebenfalls aus den Niederlanden, temperamentvolle Cajun- und Zydecomusik. Und wieder erklang, diesmal ein wenig anders arrangiert, >Galway Girl<. Ich liebe dieses Lied! Und wie immer war die Tanzfläche gerammelt voll. Diese Gruppe werden wir in 14 Tagen auf dem Louisianaball wieder hören.

Da sich die Auftritte der Bands nun teilweise wiederholten – nicht natürlich deren Musikprogramm, die haben alle genug Repertoire – machten wir Pause und kamen erst wieder zur >River Zydeco Band & Zydeco Singers< in die Halle. Ebenfalls eine einheimische Band und sehr gute Tanzmusik. Unterstützt wurden sie von 3 Damen, den Zydeco Singers, die für diesen Auftritt dazu engagiert worden waren.

Der Schlussakt am Samstag kam aus den USA >Lil’ Wayne & Same Ol Two Step< (http://sameol2step.com). Obwohl sie authentisch und sehr gut spielten, mit einer Bassistin die wie angewachsen schien, ….. auf die Texte durfte man nicht achten, da fühlten wir uns auf den Arm genommen. Manche Songs klangen, als würden sie gerade im Stegreif erfunden. Das ist natürlich peinlich, wenn man die Originaltexte kennt. Also auf ….. es steht uns noch ein Tag bevor.

Auch Sonntag, 05.05., gab es wieder einen Tanzworkshop, diesmal für Zydeco. Doch wir genossen statt dessen einen ausgezeichneten Creole Brunch, ein ganz leckeres Endlos-Buffet, begleitet von der Musik von >Pain d’Maïs<. Das war passend, da man den Namen mit >Maisbrot< übersetzen kann ?. Ansonsten diente der Tag der musikalischen Auffrischung der schon gehörten Bands. Nur die Gruppe >Allez Mama< (www.allezmama.nl) war für uns noch neu. Sie sangen zur sehr guten Zydeco-Rock-Musik als einzige in ihrer Muttersprache holländisch mit teils witzigen Texten.

Zusammenfassend können wir sagen: ein äußerst gut organisiertes Festival, gute Musik in verschiedenen Stilrichtungen und trotzdem immer am Thema geblieben. Gutes Essen, freundlicher Service, und sehr sehr sauber, sowohl am Festivalgelände als auch auf dem Campground. Auch mit dem Besucherzuspruch können die Veranstalter zufrieden sein. Und natürlich fanden einige CD’s den Weg in unsere Heimat.

Montag war Abreise nach Köln, wo ich am Dienstag in das Flugzeug Richtung Wien stieg. Franz machte sich auf den Weg zum nächsten Fest nach Bücheloh und ich nach Klagenfurt mit MIDNIGHT SPECIAL. Doch davon ein anderes Mal.

Text: Eliza und Franz berichte@acmf.at)

Fotos: https://picasaweb.google.com/

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https://picasaweb.google.com/IntCajunZydecoFestival_Samstag?

https://picasaweb.google.com/IntCajunZydecoFestival_Sonntag?

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